Refraktive Chirurgie · Vergleich
LASIK oder PRK: Welches Verfahren wählen?
LASIK und PRK korrigieren dieselben Fehlsichtigkeiten mit ausgezeichneten Ergebnissen. Die LASIK bietet eine raschere Erholung; die PRK, ein Oberflächenlaser ohne Hornhautlappen, schont die Hornhaut stärker und eignet sich besser bei dünner Hornhaut und bei Kontaktsport. Entschieden wird bei der präoperativen Voruntersuchung.
Vergleichstabelle LASIK vs. PRK
Beide Verfahren werden in der Clinique Laser Victor Hugo (Paris 16) mit einem Excimerlaser der neuesten Generation durchgeführt. Der grundlegende Unterschied liegt im Eingriff an der Hornhaut: Die LASIK erzeugt einen Hornhautlappen, die PRK arbeitet an der Oberfläche. Die folgende Tabelle fasst die klinisch bedeutsamen Unterschiede zusammen.
| Kriterium | LASIK | PRK / Trans-PRK |
|---|---|---|
| Prinzip | Hornhautlappen (Femtosekunde) + Abtrag in der Tiefe (Excimer) | Oberflächenlaser: Abtragen des Epithels + Umformung (Excimer) |
| Hornhautlappen | Ja (~100-120 µm) | Nein (kein Schnitt in der Tiefe) |
| Dünne Hornhaut / Trockenheit / grenzwertige Topographie | Weniger geeignet | Bevorzugte Indikation |
| Korrigierte Fehlsichtigkeiten | Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus, Alterssichtigkeit | Kurzsichtigkeit, Astigmatismus, Weitsichtigkeit (gering bis mäßig) |
| Erholung der Sehschärfe | Rasch: brauchbares Sehen ≈ 24 h | Allmählich: 1 bis 4 Wochen |
| Postoperativer Komfort | Nahezu schmerzfrei | Beschwerden 3-5 Tage (Verbandlinse) |
| Kontaktsport / Risikoberufe | Wartezeit empfohlen (Hornhautlappen verschiebbar) | Besonders geeignet (kein Hornhautlappen) |
| Spezifisches Risiko | Mit dem Hornhautlappen verbunden (selten) | Hornhauttrübung (Haze), selten, vorgebeugt mit Mitomycin C |
| Publizierte Ergebnisse | 95,4 % zufriedene Patientinnen und Patienten (weltweite Übersichtsarbeit, Solomon 2009) | Trans-PRK 94,2-95,1 % ≥ 20/25 (Curcă 2025) |
| Preis (beide Augen) | ~3 000 € | 2 500 € |
Diese beiden Kennzahlen messen nicht dasselbe (Gesamtzufriedenheit bei der LASIK, Sehschärfe bei der Trans-PRK) und lassen sich daher nicht Punkt für Punkt vergleichen: Sie zeigen, dass jedes der beiden Verfahren bei geringer bis mäßiger Kurzsichtigkeit ausgezeichnete Ergebnisse erreicht. Die Zahlen stammen aus publizierten Studien, die weiter unten aufgeführt sind.
Ideales Profil für die LASIK vs. ideales Profil für die PRK
Ideales Profil für die LASIK
Die LASIK eignet sich für Patientinnen und Patienten mit ausreichend dicker Hornhaut und regelmäßiger Topographie, die Wert auf eine rasche Erholung legen: Das Sehen ist oft schon am Folgetag funktionell (≈ 24 h), die Rückkehr zur Bildschirmarbeit gelingt in 48-72 h, die Beeinträchtigung bleibt gering.
Sie deckt ein breites Korrekturspektrum ab, darunter die Weitsichtigkeit und die Alterssichtigkeit (PresbyLASIK).
Sie ist zugleich das Verfahren mit der längsten klinischen Erfahrung (mehr als fünfundzwanzig Jahre) und mit der einfachsten Nachkorrektur, durch Anheben des vorhandenen Hornhautlappens. Die Voruntersuchung prüft, ob die Hornhautdicke das Anlegen des Lappens sicher zulässt.
Ideales Profil für die PRK
Die PRK wird bevorzugt, wenn die Hornhaut dünn ist, wenn die Topographie eine beobachtungsbedürftige Besonderheit zeigt oder wenn bereits trockene Augen bestehen. Da sie an der Oberfläche arbeitet, ohne Hornhautlappen, erhält sie mehr Hornhautgewebe und durchtrennt vor allem nicht die Hornhautnerven in der Tiefe: Der Schnitt eines LASIK-Lappens unterbricht die Nervenversorgung des Stromas auf einem weiten Umfang, während die PRK nur an der Oberfläche wirkt.
Diese Schonung der tiefen Nerven erklärt zum Teil, warum die PRK seltener zu anhaltender Trockenheit der Augen führt als die LASIK.
Sie ist außerdem das Verfahren der Wahl für Kontaktsportlerinnen und Kontaktsportler (Boxen, Rugby, Kampfsport) und für Risikoberufe mit Verletzungsgefahr (Polizei, Militär, Feuerwehr): Ohne Hornhautlappen besteht kein Risiko einer traumatischen Verschiebung des Lappens. Der Preis dafür ist eine allmählichere Erholung und Beschwerden in den ersten Tagen.
Die 3 Unterschiede, auf die es wirklich ankommt
1. Oberfläche vs. Hornhautlappen: zwei Wege zur Hornhaut
Das ist der grundlegende Unterschied, aus dem sich alle anderen ergeben. Bei der LASIK legt der Chirurg mit dem Femtosekundenlaser einen dünnen Hornhautlappen an (etwa 100 bis 120 Mikrometer), klappt ihn zurück, formt dann das tiefer liegende Gewebe mit dem Excimerlaser um und legt den Lappen wieder auf, wo er ohne Naht anhaftet.
Bei der PRK gibt es keinen Hornhautlappen: Das Epithel, die dünne oberflächliche Schicht, die sich von selbst erneuert, wird abgetragen, anschließend formt der Excimerlaser die Oberfläche unmittelbar. Bei der Trans-PRK erfolgt auch das Abtragen des Epithels mit dem Laser, ohne Kontakt. Da kein Schnitt in der Tiefe erfolgt, erhält die PRK mehr Hornhautgewebe — ein entscheidender Vorteil bei dünner Hornhaut.
2. Dünne Hornhaut und Biomechanik: die Stärke der PRK
Die Hornhautdicke ist ein zentrales Sicherheitskriterium der refraktiven Chirurgie. Das Anlegen eines Lappens bei der LASIK verbraucht einen Teil der verfügbaren Dicke; ist die Hornhaut zu dünn oder zeigt die Topographie (gemessen mit dem Sirius+) eine Schwäche, ist von der LASIK abzuraten. Die PRK arbeitet an der Oberfläche, nimmt dem Stroma keinen Lappen weg und erhält eine bessere biomechanische Stabilität — daher wird sie in diesen Situationen bevorzugt. Diese größere Verträglichkeit bei dünner Hornhaut erklärt, warum die PRK auch im Zeitalter der Verfahren mit Hornhautlappen unverzichtbar bleibt.
3. Erholung und Komfort: die Stärke der LASIK
Hier ist die LASIK im Vorteil. Da der Hornhautlappen unmittelbar wieder aufgelegt wird, ist das Sehen schon am Folgetag funktionell (≈ 24 h) und die Beeinträchtigung bleibt gering. Bei der PRK muss sich das Epithel neu bilden: Für 3 bis 5 Tage wird eine Verbandlinse eingesetzt, in dieser Zeit sind Beschwerden, Tränen der Augen und Lichtempfindlichkeit häufig.
Das Sehen schärft sich anschließend allmählich über eine bis vier Wochen, die endgültige Stabilität wird in einem bis drei Monaten erreicht. Langfristig nähern sich die Ergebnisse beider Verfahren an, wenn es um eine geringe bis mäßige Kurzsichtigkeit geht; die Wahl entscheidet sich also vor allem an der Anatomie der Hornhaut und an der Lebensweise, nicht an der endgültigen Sehqualität.
Das Entscheidende ist beiden gemeinsam: Die Voruntersuchung entscheidet
Weder die LASIK noch die PRK ist allgemein überlegen. Bei geringer bis mäßiger Kurzsichtigkeit erreichen beide Verfahren vergleichbare Endergebnisse. Auf die Frage „LASIK oder PRK?“ gibt es keine allgemeine Antwort: Sie hängt von Dicke und Regelmäßigkeit der Hornhaut ab, vom Ausmaß der Trockenheit, von der Lebensweise (Sport, Beruf) und von der genauen Refraktion. Eine dünne Hornhaut oder eine grenzwertige Topographie weist auf die PRK hin; eine ausreichend dicke Hornhaut bei jemandem, der rasch wieder sehen möchte, auf die LASIK.
Die präoperative Voruntersuchung — Hornhauttopographie (Sirius+), Pachymetrie, Messung des Tränenfilms, Makula-OCT, Refraktionsbestimmung in Zykloplegie — ist der einzige Schritt, der bestimmen kann, welches Verfahren geeignet ist oder ob eine andere Möglichkeit vorzuziehen ist (SMILE, um die Biomechanik ohne die Heilung an der Oberfläche zu schonen, phake ICL-Linse bei sehr hoher Kurzsichtigkeit). Diese Voruntersuchung findet in der Praxis in Cachan (94) statt.
Wichtiger Hinweis: Die refraktive Laserchirurgie (LASIK, PRK, SMILE) wird in der Clinique Laser Victor Hugo (Paris 16) durchgeführt, die phake Linse (ICL) in der Clinique Sainte-Geneviève. Die Sprechstunden und die präoperativen Voruntersuchungen finden in der Praxis in Cachan (94) statt. In Paris 13 wird keine refraktive Chirurgie durchgeführt.
Zu den einzelnen Verfahren: LASIK im Detail — PRK (Oberfläche) im Detail — SMILE — Phake ICL-Linse — Präoperative Voruntersuchung — Preise — Kontakt und Praxis.
Häufige Fragen — LASIK oder PRK
Präoperative Voruntersuchung: LASIK oder PRK entscheidet sich in der Sprechstunde
Eine vollständige Voruntersuchung (Topographie, Pachymetrie, OCT, Refraktion) in der Praxis in Cachan bestimmt das Verfahren, das zu Ihrer Hornhautdicke und Ihrer Lebensweise passt.
Wissenschaftliche Referenzen
- Solomon KD, Fernández de Castro LE, Sandoval HP, et al. LASIK world literature review: quality of life and patient satisfaction. Ophthalmology. 2009;116(4):691-701. PMID 19344821.
- Curcă PF, et al. Outcomes of transepithelial photorefractive keratectomy (Trans-PRK). Diagnostics / J. 2025.
- Susanna BN, Mohan N, Santhiago MR, Randleman JB. Laser in Situ Keratomileusis Outcomes and Complications: 2016 to 2023. J Refract Surg. 2025;41(4):e391-e403. PMID 40197080.
Diese Seite dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Ergebnisse hängen von den individuellen Gegebenheiten ab. Jede Entscheidung für eine Operation wird nach einer vollständigen präoperativen Voruntersuchung durch Dr. Tourabaly getroffen.