Grauer Star · Premiumlinse

Im Bild erklärt

Premiumlinsen: mehrere Sehentfernungen zurückgewinnen

Eine Multifokallinse verteilt das Licht auf mehrere Brennpunkte und stellt Ferne, Intermediärbereich und Nähe wieder her – so sinkt die Brillenabhängigkeit nach dem Grauen Star.

Multifokallinse bei Grauem Star: Trifokallinsen PanOptix, FineVision, Synergy

Ihre Brillenabhängigkeit nach der Operation des Grauen Stars deutlich verringern – auf allen Entfernungen. Dank der in die Optik eingravierten diffraktiven Ringe erzeugt die Multifokallinse mehrere gleichzeitige Brennpunkte: Ferne, Intermediärbereich und Nähe. Funktionsweise, Kandidaten, Trifokalmodelle und erwartete Ergebnisse.

Die Multifokallinse – und insbesondere die Trifokallinse – ist der Linsentyp, der die meisten optischen Brennpunkte bietet. Dank diffraktiver Ringe, die in die Oberfläche der Optik eingraviert sind, erzeugt sie mehrere Brennpunkte zugleich: Fernsicht (Autofahren, Fernsehen), Intermediärsicht (Computer, Armaturenbrett) und Nahsicht (Lesen, Smartphone). Ergebnis: eine Brillenunabhängigkeit von 90 bis 95 % in internationalen klinischen Studien (Zhu et al., Ophthalmol Ther, 2023).

Dr. Moïse Tourabaly implantiert die drei großen in Frankreich verfügbaren Trifokallinsen – PanOptix (Alcon), FineVision (BVI/PhysIOL) und Synergy (Johnson & Johnson) –, nachdem er Ihr Auge und Ihre Lebensgewohnheiten individuell analysiert hat. Um auf einen Blick zu vergleichen, worauf jede Linsenfamilie den Schwerpunkt legt – Ferne, Bildschirm, Lesen –, probieren Sie unseren Sehsimulator nach Linsentyp aus.

Wie funktioniert eine Multifokallinse?

Eine klassische monofokale Linse besitzt nur eine einzige optische Brechkraft: Das Licht bündelt sich auf der Netzhaut für nur eine Entfernung, meist für die Ferne. Die Multifokallinse verteilt das Licht gezielt auf mehrere Brennpunkte – dank eines mikroskopisch feinen diffraktiven Reliefs auf der Optik.

  • Bifokallinse: 2 Brennpunkte (Ferne + Nähe). Ältere Generation, nach und nach durch die Trifokallinsen ersetzt.
  • Trifokallinse: 3 Brennpunkte (Ferne + Intermediär 60–80 cm + Nähe 40 cm). Deckt die 3 Entfernungen des modernen Alltags ab.
  • Synergy-Linse (erweiterter EDOF + Nahbrennpunkt): hybrider Ansatz, der erweiterte Schärfentiefe und einen Nahbrennpunkt verbindet; besonders geeignet für das astigmatische Auge und für längere Intermediärsicht.

Die 3 von Dr. Tourabaly implantierten Modelle

PanOptix (Alcon)

Die weltweit am häufigsten implantierte Trifokallinse. Ihr Intermediärbrennpunkt liegt bei 60 cm und ist auf den Schreibtischcomputer und das Armaturenbrett abgestimmt. Gute Verträglichkeit gegenüber nächtlichen Halos dank der ENLIGHTEN-Technologie (Energieoptimierung). In torischer Ausführung für Patienten mit Astigmatismus verfügbar. Erste Wahl für aktive Patienten, die Computer + Smartphone + Lesen + Autofahren verbinden.

FineVision (BVI/PhysIOL)

Die erste Trifokallinse auf dem europäischen Markt (2010). Ausgezeichnete Nah- und Intermediärsicht. Leicht anderes Energieprofil als die PanOptix – manche Patienten bevorzugen sie für das Lesen von Kleingedrucktem. In torischer Ausführung verfügbar (POD FT).

Synergy (Johnson & Johnson)

Hybrider Ansatz: durchgehende Schärfentiefe von der Ferne bis in den Intermediärbereich (EDOF-Technologie), ergänzt um einen Nahbrennpunkt. Bietet eine besonders ausgedehnte Intermediärsicht, um den Preis nächtlicher Halos, die in den ersten Monaten mitunter stärker ausfallen. Interessant für Patienten, die viel Zeit am Bildschirm verbringen.

Wer eignet sich für eine Multifokallinse?

Die Multifokallinse eignet sich nicht für jedes Auge. Die präoperative Untersuchung ist entscheidend. Dr. Tourabaly schlägt eine Trifokallinse nur dann vor, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Gesunde und regelmäßige Hornhaut (Sirius+-Topographie ohne Anzeichen eines Keratokonus, keine vorangegangene refraktive Operation – oder eine damit vereinbare)
  • Unversehrte Netzhaut – keine AMD (altersbedingte Makuladegeneration), keine diabetische Makulopathie, unauffälliges Makula-OCT
  • Gesunder Sehnerv – kein fortschreitendes Glaukom
  • Tränenfilm von guter Qualität – ein schweres trockenes Auge beeinträchtigt stets die Leistung einer Multifokallinse
  • Normal große Pupille unter skotopischen Bedingungen (5 bis 6 mm) – darüber hinaus können Halos störend werden
  • Motivierter, aufgeklärter Patient, der eine Phase der Neuroadaptation von 3 bis 6 Monaten akzeptiert

Die Kehrseiten, die Sie kennen sollten

Keine Linse ist perfekt. Die Trifokallinse hat 3 Grenzen, die Sie unbedingt vor der Entscheidung kennen sollten:

  1. Nächtliche Halos und Dysphotopsien: 100 % der Patienten berichten in den ersten 2 Wochen davon, 30 % nehmen sie nach 3 Monaten noch wahr, weniger als 5 % nach 6 Monaten. Die zerebrale Neuroadaptation lässt sie nach und nach verschwinden.
  2. Leichter Kontrastverlust: Die Verteilung des Lichts auf 3 Brennpunkte kostet rund 10 % Kontrastempfindlichkeit. In der Praxis unter normalen Bedingungen nicht wahrnehmbar, im Halbdunkel oder bei nächtlichem Regen leicht spürbar.
  3. Voraussetzung: eine einwandfreie Voruntersuchung. Die geringste begleitende Augenerkrankung (trockenes Auge, beginnende Makulopathie, irregulärer Astigmatismus) lässt die Zufriedenheit einbrechen. Daher die Bedeutung der eingehenden Sprechstunde.

Erwartete Ergebnisse nach Implantation einer Trifokallinse

EntfernungErwartete Sehschärfe ohne Brille
Fernsicht (> 4 m)Visus 1,0 bei 92 % der beidseitig operierten Patienten
Intermediär (60–80 cm, Computer)Visus 1,0 bei 88 %
Nähe (30–40 cm, Lesen)Parinaud 2 bei 90 % (Zeitungslektüre)
Vollständige Brillenunabhängigkeit90 bis 95 % der Patienten laut Studien
Ergebnisse aus multizentrischen klinischen Studien zu PanOptix, FineVision und Synergy (2018–2024).

Kosten und Erstattung

Der chirurgische Eingriff am Grauen Star (OP-Saal, Anästhesie, Chirurg) wird vollständig von der Assurance Maladie (französische gesetzliche Krankenversicherung) übernommen. Der Aufpreis für eine multifokale/trifokale Linse verbleibt als Eigenanteil beim Patienten: 900 bis 1.400 € pro Auge (1.200 bis 1.700 € in torischer Ausführung).

Ein detaillierter Kostenvoranschlag wird Ihnen in der Sprechstunde ausgehändigt, vor jeder Entscheidung. Viele Mutuelles (private Zusatzversicherungen) mit hohem Leistungsumfang übernehmen den Aufpreis ganz oder teilweise – es lohnt sich, nach Erhalt des Kostenvoranschlags dort nachzufragen.

Ablauf des Eingriffs

Der Eingriff mit einer Multifokallinse verläuft genau wie eine Standardoperation des Grauen Stars – nur die in Schritt 5 eingesetzte Linse ist eine andere. Gesamtdauer etwa 20 Minuten, topische Anästhesie (Augentropfen), Entlassung am selben Tag. Die Seherholung beginnt schon am Abend; die vollständige Stabilisierung – einschließlich Neuroadaptation – dauert 3 bis 6 Monate.

Die 5 Schritte der Phakoemulsifikation entdecken →

Häufige Fragen – Multifokallinse

Werde ich wirklich ganz auf eine Brille verzichten können?

Bei 90 bis 95 % der Patienten ja – für den Alltag. Die übrigen 5 bis 10 % nutzen für bestimmte Aufgaben eine leichte Zusatzkorrektur (längeres Lesen sehr kleiner Schrift, feine Handarbeiten, nächtliches Fahren auf unbeleuchteter Autobahn). Eine förmliche Garantie kann nicht gegeben werden; die individuelle Reaktion hängt von der Anatomie und von der Neuroplastizität ab.

Sind die Halos erträglich?

Ja, für die große Mehrheit der Patienten. In den ersten 2 Wochen werden die Halos als „Lichtkränze“ um die Scheinwerfer wahrgenommen, dann lernt das Gehirn, sie herauszufiltern. Nach 6 Monaten empfinden weniger als 5 % der Patienten sie im Alltag als störend.

Kann eine Trifokallinse eingesetzt werden, wenn ich bereits eine LASIK-Operation hatte?

Ja, unter Bedingungen. Eine LASIK verändert die Hornhaut und damit die Berechnung der Linsenstärke. Es ist unerlässlich, Dr. Tourabaly Ihre Messwerte von vor der LASIK mitzuteilen (sofern vorhanden). Es kommen dann besondere Berechnungsformeln (Haigis-L, Barrett True-K) zum Einsatz, um die Genauigkeit des Ergebnisses abzusichern.

Sollte eine Trifokallinse in beide Augen eingesetzt werden?

Ja, im Idealfall. Um die Multifokaltechnik voll auszuschöpfen, braucht es binokulare Übereinstimmung. Auf einer Seite eine Trifokallinse und auf der anderen eine monofokale Linse einzusetzen, führt zu weniger zufriedenstellenden Ergebnissen – außer bei einer Strategie des „Mix-and-Match“, die von Fall zu Fall besprochen wird (z. B. Trifokallinse auf dem dominanten, EDOF-Linse auf dem nicht dominanten Auge).

Was geschieht bei Unzufriedenheit?

Anhaltende Unzufriedenheit ist selten (< 3 %). Die Möglichkeiten sind: (1) die vollständige Neuroadaptation nach 6 Monaten abwarten, (2) einen etwaigen Restastigmatismus per LASIK oder PRK (photorefraktive Keratektomie) nachkorrigieren, (3) in Extremfällen einen Linsenaustausch vornehmen – ein chirurgisch aufwendigerer, aber möglicher Eingriff.

Eignet sich eine Multifokallinse für häufiges Fahren bei Nacht?

Weniger als eine monofokale Linse oder eine EDOF-Linse. Wenn Sie berufsmäßig nachts fahren, als Fernfahrer oder Taxifahrer, wird Dr. Tourabaly in der Regel eine asphärische monofokale Premiumlinse oder eine EDOF-Linse vorziehen: Beide erhalten die Kontrastempfindlichkeit unter mesopischen Bedingungen besser.

Kommt eine Trifokallinse für Sie infrage?

Eine vollständige Untersuchung klärt in 90 Minuten, ob die Trifokallinse zu Ihren Augen und Ihrem Lebensstil passt.

Wissenschaftliche Quellen

  • Zhu D. et al. Rate of Complete Spectacle Independence with a Trifocal Intraocular Lens : A Systematic Literature Review and Meta-Analysis. Ophthalmol Ther, 2023 (Metaanalyse zur PanOptix: Brillenunabhängigkeit insgesamt 91,6 %; 95,9 % Ferne / 96,3 % Intermediär / 89,6 % Nähe). DOI 10.1007/s40123-023-00657-5
  • Alvarado-Villacorta R. et al. Surgical interventions for presbyopia. Cochrane Database Syst Rev, 2025. DOI 10.1002/14651858.CD015711.pub2

Referenzen auf PubMed eingesehen.

Multifokallinse und EDOF-Linse im Vergleich: Was passt zu Ihnen

Die wichtigste Alternative zur Multifokallinse ist die EDOF-Linse (erweiterte Schärfentiefe). Beide haben ihren Platz, entsprechen aber unterschiedlichen Prioritäten:

  • Multifokal – zielt auf vollständige Brillenunabhängigkeit ab, auch beim Lesen kleiner Schrift. Setzt voraus, dass nächtliche Halos akzeptiert werden. Ideal für Patienten, die bereit sind, die Neuroadaptation auf sich zu nehmen, und die möglichst selten zur Brille greifen möchten.
  • EDOF – ausgezeichnete Fern- und Intermediärsicht, beim Lesen kleiner Schrift ist mitunter eine Lesehilfe nötig. Deutlich schwächer ausgeprägte nächtliche Halos. Ideal für Patienten, die Halos gegenüber zurückhaltend sind oder viel bei Nacht fahren.

Die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Halos ist der wichtigste unterscheidende Faktor. Ein eingehendes Gespräch in der Sprechstunde, das Ihre Gewohnheiten beim nächtlichen Autofahren und Ihre emotionale Haltung gegenüber optischen Kompromissen einbezieht, ist vor der Entscheidung unerlässlich.

Kandidatenprofile für eine Multifokallinse

Wer sich ideal für eine Multifokallinse eignet, vereint mehrere Merkmale:

  • Starke Motivation für Brillenunabhängigkeit, auch beim längeren Lesen kleiner Schrift.
  • Intakte Netzhaut – keine AMD, auch keine frühe Form, keine diabetische Retinopathie, keine epiretinale Membran und kein Makulaödem. Ein aussagekräftiges präoperatives Makula-OCT ist unerlässlich.
  • Mäßiger Hornhautastigmatismus oder ein Astigmatismus, der sich mit einer torischen Multifokallinse korrigieren lässt. Ein irregulärer Astigmatismus (Forme-fruste-Keratokonus) spricht gegen die Multifokalität.
  • Keine ausgeprägte psychische Empfindlichkeit gegenüber nächtlichen Halos – die Neuroadaptation kann 4 bis 12 Wochen dauern, manchmal länger. Patienten, die auf vorübergehende Sehsymptome ängstlich reagieren, gewöhnen sich weniger leicht daran.
  • Vielfältige berufliche Tätigkeiten und Freizeitaktivitäten, mit Sehbedarf auf allen Entfernungen.

Nächtliche Halos und ihre Akzeptanz

Halos und Blendung (positive Dysphotopsien) sind die nahezu unvermeidliche optische Kehrseite der Multifokalität. Ihre Ausprägung hängt vom Linsenmodell, vom skotopischen Pupillendurchmesser des Patienten und von der individuellen Empfindlichkeit ab. Aktuelle Studien zu Trifokallinsen der neuen Generation berichten bei 5 bis 15 % der Patienten nach der Phase der Neuroadaptation von störenden Halos, die jenseits von 3 Monaten meist abgeschwächt oder gut verträglich sind.

Um dem vorzugreifen, zeige ich in der Sprechstunde grundsätzlich konkrete Abbildungen der zu erwartenden Halos und stelle die Frage direkt: „Würden Sie lieber einige Halos in Kauf nehmen, dafür aber keine Brille mehr tragen?“ Ihre spontane Antwort ist oft der verlässlichste Hinweis auf Ihr Profil.

Zahl im Fokus

Eine internationale Metaanalyse zu Multifokallinsen berichtet bei gut ausgewählten Patienten eine Zufriedenheitsrate von 85 bis 95 % sowie eine Brillenunabhängigkeit von 70 bis 90 % (Rosen et al., JCRS 2016, PMID 27026457).

Häufige Fragen zur Multifokallinse

Im Mittel 4 bis 12 Wochen, manchmal länger. Das Gehirn lernt, die mehreren Brennpunkte der Linse zu nutzen und nicht benötigte Seheindrücke auszublenden. Die nächtlichen Halos sind anfangs typischerweise stärker und lassen dann allmählich nach.

Ja, in der großen Mehrzahl der Fälle. Halos um die Scheinwerfer können wahrgenommen werden, vor allem in den ersten Wochen. Sie lassen mit der Neuroadaptation nach. Die neueren Trifokallinsen haben ein Profil, das die nächtliche Beeinträchtigung möglichst gering hält.

Moderne Trifokallinsen (PanOptix, FineVision, Synergy) fügen einen Intermediärbrennpunkt hinzu, der das Sehen am Computer, auf dem Armaturenbrett und auf Etiketten im Regal deutlich angenehmer macht. Das ist heute der Standard für aktive Patienten mit mehreren Bildschirmen. Bifokallinsen (Ferne + Nähe) bleiben sinnvoll für Profile, bei denen Lesen und Küche im Vordergrund stehen, ohne anhaltende Nutzung eines Bildschirms im Intermediärbereich.

Ja, mit einer torischen Multifokallinse, die die Korrektur des Astigmatismus mit der Multifokalität verbindet. Das ist die umfassendste Variante für Patienten mit beiden Bedürfnissen. Siehe auch die torische Linse.

Das ist selten, wenn die präoperative Auswahl sorgfältig erfolgt. Bei anhaltender Unverträglichkeit (starke Halos, die durch die Neuroadaptation nicht nachlassen, spürbare Beeinträchtigung beim nächtlichen Autofahren) bleibt ein Linsenaustausch chirurgisch möglich. Vorrang hat die Vorbeugung durch eine sorgfältige Voruntersuchung und eine gemeinsame Entscheidung.

Der Eingriff und die monofokale Standardlinse werden von der Assurance Maladie (französische gesetzliche Krankenversicherung) vollständig erstattet. Für die Multifokallinse fällt ein Aufpreis an, der je nach gewähltem Modell unterschiedlich ausfällt und von manchen Mutuelles (privaten Zusatzversicherungen) teilweise übernommen wird. Genaue Angaben und ein persönlicher Kostenvoranschlag auf Kosten bei Grauem Star.