Refraktive Chirurgie · Vergleich

LASIK oder SMILE: Welches Verfahren wählen?

LASIK und SMILE liefern bei Kurzsichtigkeit ausgezeichnete Ergebnisse. SMILE schont die Biomechanik der Hornhaut stärker und schließt das Risiko einer Verschiebung des Hornhautlappens aus; die LASIK behandelt auch Weitsichtigkeit und Alterssichtigkeit. Entschieden wird bei der präoperativen Voruntersuchung.

Vergleichstabelle LASIK vs. SMILE

Beide Verfahren werden in der Clinique Laser Victor Hugo (Paris 16) mit dem Femtosekundenlaser Zeiss VisuMax 800 durchgeführt. Die folgende Tabelle fasst die klinisch bedeutsamen Unterschiede zusammen.

KriteriumLASIKSMILE
Anzahl der Laser2 (Femtosekunde + Excimer)1 (nur Femtosekunde)
Eingriff an der HornhautRunder Hornhautlappen (~120 µm, 360°)Mikroschnitt von 2-4 mm + Entnahme des Lentikels
Korrigierte FehlsichtigkeitenKurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus, AlterssichtigkeitKurzsichtigkeit, myoper Astigmatismus (Weitsichtigkeit auf dem VisuMax 800 möglich)
Max. Kurzsichtigkeitbis -10 D-1 bis -10 D
Trockene AugenVorübergehende Trockenheit häufig, meist rückläufigÄhnliches Profil; Hornhautsensibilität erholt sich mitunter früher
KontaktsportWartezeit empfohlen (Hornhautlappen verschiebbar)Besser geeignet (kein Hornhautlappen)
Funktionelles SehenOft schon am FolgetagTag 1 (8-9/10), scharf ab Tag 2-3
Bildschirmarbeit48-72 hTag 2-3
Mögliche NachkorrekturAnheben des Hornhautlappens (einfach), außer bei GegenanzeigeÜber PRK oder CIRCLE-Technik (aufwendiger)
Preis (beide Augen)~3.000 € Pauschale3.300 € Pauschale
Publizierte ErgebnisseTG-LASIK (topographiegeführt) 95 % innerhalb ±0,50 D; 88,3 % bei 20/20 (Susanna 2025, 95 Studien)~98 % innerhalb ±0,50 D (Liu 2021, 462 Augen)

Ideales Profil für die LASIK vs. ideales Profil für SMILE

Ideales Profil für die LASIK

Die LASIK eignet sich besonders für Patientinnen und Patienten, die eine Weitsichtigkeit (bis +5 D) oder eine Alterssichtigkeit (PresbyLASIK) korrigieren möchten — zwei Indikationen, die SMILE in seiner klassischen Form nicht abdeckt.

Sie eignet sich auch für alle, denen eine rasche Erholung wichtig ist: brauchbares Sehen oft schon am Folgetag (≈ 24 h), Rückkehr zur Bildschirmarbeit in 48-72 h.

Die Nachkorrektur ist mit der LASIK einfacher: Sie erfolgt meist durch Anheben des vorhandenen Hornhautlappens, außer bei Gegenanzeige. Das weltweite klinische Erfahrungswissen zur LASIK (mehr als fünfundzwanzig Jahre) macht sie zu dem refraktiven Verfahren, zu dem die meisten Daten vorliegen.

Ideales Profil für SMILE

SMILE eignet sich besonders für Kontaktsportlerinnen und Kontaktsportler (Rugby, Kampfsport, Wassersport): Da kein Hornhautlappen angelegt wird, entfällt das Risiko einer traumatischen Verschiebung. Weil mehr vorderes Stromagewebe erhalten bleibt, wird die Biomechanik der Hornhaut begünstigt, ein Vorzug für Menschen, denen die langfristige Stabilität wichtig ist.

Es schont außerdem die Hornhautnerven etwas besser, was bei einer Neigung zu trockenen Augen von Interesse sein kann — der Unterschied zur LASIK bleibt dabei mäßig. In der größten weltweit publizierten Serie (Reinstein 2022, 4.138 Augen) lagen 88,1 % der Ergebnisse innerhalb der Zielrefraktion.

Die 3 Unterschiede, auf die es wirklich ankommt

1. Hornhautlappen vs. Lentikel: zwei verschiedene chirurgische Wege

Die LASIK erzeugt mit dem Femtosekundenlaser einen runden Hornhautlappen (etwa 120 Mikrometer dick, über den vollen Umfang der Hornhaut) und formt anschließend das darunter liegende Gewebe mit dem Excimerlaser um. Dieser Lappen wird ohne Naht wieder aufgelegt und haftet von selbst an. SMILE schneidet ein intrastromales Lentikel im Inneren der Hornhaut aus und entnimmt es über einen Mikroschnitt von 2 bis 4 mm.

Die Hornhaut wird nie auf ihrer ganzen Fläche geöffnet. Dieser strukturelle Unterschied ist der Ursprung aller anderen. Anzumerken ist: Bei geringer Kurzsichtigkeit ist das Lentikel dünner und daher heikler zu präparieren und zu entnehmen; dieser technische Punkt fließt bei der Voruntersuchung in die Wahl zwischen SMILE, LASIK oder PRK ein.

Querschnitt der Hornhaut

Vergleich des operativen Schritts — LASIK und SMILE

LASIK

Flap ~120 µm

SMILE

Schnitt 2-4 mm

2. Kein Hornhautlappen: keine Verschiebung, geschonte Biomechanik

Das ist der im Alltag greifbarste Unterschied. Der Hornhautlappen der LASIK bleibt auch gut verheilt theoretisch anfällig für ein schweres Augentrauma: Bei Kontaktsport oder Kampfsport ist deshalb von ihr abzuraten. SMILE kommt ohne Hornhautlappen aus, schließt dieses Verschiebungsrisiko aus und lässt die Hornhaut nach der Abheilung intakter. Weil mehr vorderes Stromagewebe erhalten bleibt, verbessert sich zudem die Biomechanik der Hornhaut, ein Kennwert, der bei der präoperativen Voruntersuchung mit dem Corvis ST gemessen wird.

3. Trockene Augen: ein realer, aber mäßiger Unterschied

Das Anlegen des Lappens bei der LASIK durchtrennt die vorderen Hornhautnerven auf 360°, was die Empfindlichkeit der Hornhaut vorübergehend herabsetzen und eine postoperative Trockenheit begünstigen kann. SMILE schont diese Nerven dank seines begrenzten Mikroschnitts etwas besser.

In der Praxis tritt die vorübergehende Trockenheit bei beiden Verfahren auf und ist meist rückläufig; die Metaanalysen finden einen mäßigen Unterschied, der mit der Zeit tendenziell geringer wird. Der Tränenfilm wird bei der präoperativen Voruntersuchung beurteilt (Schirmer-Test, Break-Up Time), um die Behandlung anzupassen, unabhängig vom gewählten Verfahren.

Das Entscheidende ist beiden gemeinsam: Die Voruntersuchung entscheidet

Weder die LASIK noch SMILE ist allgemein überlegen. Beide Verfahren zeigen bei einfacher Kurzsichtigkeit vergleichbare Ergebnisse — die jüngeren vergleichenden Metaanalysen finden keinen bedeutsamen Unterschied in der refraktiven Vorhersagbarkeit zwischen LASIK und SMILE — und beide werden mit demselben Femtosekundenlaser Zeiss VisuMax 800 in der Clinique Laser Victor Hugo (Paris 16) durchgeführt. Auf die Frage „LASIK oder SMILE?“ kann es keine allgemeine Antwort geben: Sie hängt von der Anatomie der Hornhaut ab, vom Ausmaß der Trockenheit, von der Lebensweise und von der genauen Refraktion.

Die präoperative Voruntersuchung — Hornhauttopographie (Sirius+), Pachymetrie, Messung des Tränenfilms, Makula-OCT, Refraktionsbestimmung in Zykloplegie — ist der einzige Schritt, der bestimmen kann, welches der beiden Verfahren passt oder ob eine dritte Möglichkeit vorzuziehen ist (PRK bei dünner Hornhaut, phake ICL-Linse bei sehr hoher Kurzsichtigkeit). Diese Voruntersuchung findet in der Praxis in Cachan (94) statt.

Wichtiger Hinweis: Die refraktive Laserchirurgie (LASIK, SMILE, PRK) wird in der Clinique Laser Victor Hugo (Paris 16) durchgeführt, die phake Linse (ICL) in der Clinique Sainte-Geneviève. Die Sprechstunden und die präoperativen Voruntersuchungen finden in der Praxis in Cachan (94) statt. In Paris 13 wird keine refraktive Chirurgie durchgeführt.

Zu den Alternativen: LASIK im DetailSMILE im DetailPRK (Oberfläche)Phake ICL-LinsePräoperative VoruntersuchungKontakt und Praxis.

Häufige Fragen — LASIK oder SMILE

Beide Verfahren weisen ein ausgezeichnetes, an großen Kohorten dokumentiertes Sicherheitsprofil auf. SMILE kommt ohne Hornhautlappen aus, schließt damit das Risiko einer Verschiebung der Hornhaut bei einem Trauma aus und schont die Biomechanik stärker. Die LASIK verfügt über eine längere klinische Erfahrung (mehr als 25 Jahre) und über eine einfachere Nachkorrektur (Anheben des Hornhautlappens). Keines der beiden Verfahren ist allgemein sicherer: Das Risiko hängt vom individuellen Profil ab, das bei der präoperativen Voruntersuchung beurteilt wird.

Die vorübergehende Trockenheit nach dem Eingriff tritt bei beiden Verfahren auf und ist meist rückläufig. SMILE schont die Hornhautnerven etwas besser, der Unterschied bleibt jedoch mäßig. Eine Untersuchung des Tränenfilms (Schirmer-Test, Break-Up Time) bestimmt das individuelle Risiko und passt die Behandlung an, unabhängig vom gewählten Verfahren.

Beide Verfahren bieten eine rasche Erholung. Bei der LASIK ist brauchbares Sehen oft schon am Folgetag vorhanden (≈ 24 h), die Rückkehr zur Bildschirmarbeit gelingt in 48-72 h. Bei SMILE liegt das Sehen am Tag 1 im Mittel bei 8-9/10, mit zunehmender Schärfe bis Tag 2-3. Die endgültige refraktive Stabilität ist in beiden Fällen vergleichbar und wird meist innerhalb der ersten 3 Monate erreicht.

Nach SMILE ist leichter Sport schon ab 24-48 h wieder möglich. Bei Kontaktsport (Rugby, Boxen, Kampfsport, Wassersport) entfällt mangels Hornhautlappen das Risiko einer traumatischen Verschiebung. Nach einer LASIK ist von Kontaktsport über mehrere Wochen abzuraten, bis der Hornhautlappen verheilt ist. Für Menschen, die regelmäßig Kontaktsport betreiben, ist SMILE das empfohlene Verfahren.

Nein. Die LASIK wird zu rund 3.000 € für beide Augen angeboten; die Pauschale umfasst den Eingriff, die Nachsorge im ersten postoperativen Monat und eine eventuelle Laser-Nachkorrektur innerhalb der ersten 6 Monate. SMILE liegt bei 3.300 € für beide Augen, unter denselben Bedingungen. Die Preise im Detail finden Sie auf der Preisseite.

Präoperative Voruntersuchung: LASIK oder SMILE entscheidet sich in der Sprechstunde

Eine vollständige Voruntersuchung (Topographie, Pachymetrie, OCT, Refraktion) in der Praxis in Cachan bestimmt das Verfahren, das zu Ihrer Hornhautanatomie und Ihrer Lebensweise passt.

Wissenschaftliche Referenzen

  • Susanna BN, Mohan N, Santhiago MR, Randleman JB. Laser in Situ Keratomileusis Outcomes and Complications: 2016 to 2023. J Refract Surg. 2025;41(4):e391-e403. PMID 40197080.
  • Liu ET, Sella R, Goernert P, et al. Refractive results with SMILE using lower energy settings in the United States. PLoS One. 2021 (462 Augen).
  • Liu ZY, Chen YG. Comparaison FS-LASIK topoguidé vs SMILE — méta-analyse en réseau (Vergleich topographiegeführte FS-LASIK vs. SMILE — Netzwerk-Metaanalyse). Zhonghua Yan Ke Za Zhi. 2024.
  • Sachdev GS, Ramamurthy S. Decade-long journey with small incision lenticule extraction: the learnings. Indian J Ophthalmol. 2020.

Diese Seite dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Die Ergebnisse hängen von den individuellen Gegebenheiten ab. Jede Entscheidung für eine Operation wird nach einer vollständigen präoperativen Voruntersuchung durch Dr. Tourabaly getroffen.