Augenärztliche Untersuchung
Hornhauttopographie: Wozu dient diese Untersuchung?
Die Hornhauttopographie ist eine Schlüsseluntersuchung in der Sprechstunde für refraktive Chirurgie. In wenigen Sekunden und ohne Kontakt mit dem Auge kartiert sie die Krümmung der Hornhaut mit bemerkenswerter Genauigkeit. Sie dient dazu, einen Keratokonus zu erkennen, die Eignung für eine refraktive Chirurgie (LASIK, PRK, SMILE) zu beurteilen und die Hornhaut über die Zeit zu überwachen. Hier lesen Sie, was diese Untersuchung misst, wie sie abläuft und wie Dr. Tourabaly sie deutet, um Ihre Behandlung auszurichten.
Die direkte Antwort: eine Karte der Hornhautkrümmung
Merke. Die Hornhauttopographie misst Form und Krümmung der Hornhautoberfläche, Punkt für Punkt. Sie erzeugt eine Farbkarte, auf der sich mit bloßem Auge unsichtbare Unregelmäßigkeiten erkennen lassen: ein beginnender Keratokonus, ein irregulärer Astigmatismus, eine Hornhautnarbe. Sie gehört vor jeder refraktiven Chirurgie zum festen Programm. In wenigen Sekunden, ohne Kontakt und ohne Vorbereitung durchgeführt, tut sie nicht weh. Die Deutung durch einen erfahrenen Augenarzt ist unerlässlich, um eine für die Chirurgie geeignete Hornhaut von einer empfindlichen Hornhaut zu unterscheiden, die man besser nicht operiert.
Was ist die Hornhauttopographie?
Die Hornhaut ist die durchsichtige Linse an der Vorderseite des Auges. Ihre Form – normalerweise regelmäßig und kugelförmig – trägt etwa zwei Drittel zur optischen Brechkraft des Auges bei. Jede Unregelmäßigkeit dieser Oberfläche führt zu verschwommenem oder verzerrtem Sehen. Die Hornhauttopographie nutzt die Spiegelung von Lichtmustern auf der Hornhaut (je nach Gerät Placido-Ringe oder projizierte Gitter), um die Krümmungskarte der gesamten Oberfläche dreidimensional zu rekonstruieren.
Man unterscheidet zwei einander ergänzende Ansätze: die Topographie der Vorderfläche (äußere Oberfläche der Hornhaut) und die Hornhauttomographie, die die Hornhaut in ihrer ganzen Dicke analysiert, Vorder- und Rückfläche, mithilfe von Systemen mit diffusem Licht (Scheimpflug), wie dem in der Praxis eingesetzten Sirius+. Die zweite Technik liefert eine wertvolle zusätzliche Information, um stumme, noch beschwerdefreie Formen des Keratokonus aufzudecken, die gegen eine refraktive Chirurgie sprechen würden.
Wozu dient die Hornhauttopographie?
Die Hornhauttopographie ist in drei großen Situationen nützlich:
- Erkennung des Keratokonus: Der Keratokonus ist eine fortschreitende Verformung der Hornhaut, die kegelförmig und unregelmäßig wird. Die Topographie erkennt seine frühen Zeichen – umschriebene Verdünnung, asymmetrisches Bow-Tie-Muster (Fliegenmuster) – lange bevor sich das Sehen deutlich verschlechtert. Diese Früherkennung ist wesentlich, denn ein übersehener Keratokonus ist die wichtigste Gegenanzeige der refraktiven Chirurgie.
- Eignung für die refraktive Chirurgie (LASIK, PRK, SMILE): Vor jedem Lasereingriff wertet Dr. Tourabaly die topographische Karte aus, um sicherzugehen, dass die Hornhaut regelmäßig, ausreichend dick und in ihrer Krümmung geeignet ist. Eine zu dünne, zu stark gekrümmte oder verdächtig asymmetrische Hornhaut kann dazu führen, die Operation aufzuschieben oder von ihr abzuraten. Sie ist eine der Untersuchungen der vollständigen präoperativen Untersuchung.
- Verlaufskontrolle über die Zeit: Mit der Topographie lässt sich die Entwicklung eines bekannten Keratokonus überwachen, die Stabilität einer Hornhaut nach refraktiver Chirurgie prüfen oder eine Hornhautbehandlung durch Crosslinking kontrollieren.
Sie ist außerdem bei der Anpassung formstabiler Kontaktlinsen auf unregelmäßigen Hornhäuten nützlich sowie bei der Behandlung bestimmter schwerer Astigmatismen. Wenn Sie wissen möchten, ob Sie für eine refraktive Chirurgie infrage kommen, lesen Sie unsere eigene Seite dazu: Komme ich für ein LASIK infrage?
Wie läuft die Untersuchung ab?
Die Hornhauttopographie erfordert keine besondere Vorbereitung. Sie wird in der Praxis durchgeführt, vor der klinischen Untersuchung. So läuft sie ab:
- Platz nehmen: Sie legen das Kinn auf eine Kinnstütze und die Stirn an die Stirnstütze des Geräts. Es sind keine Tropfen nötig, und es findet kein Kontakt mit der Hornhaut statt.
- Aufnahme: Das Gerät projiziert Lichtringe auf die Hornhaut und erfasst deren Spiegelung in Sekundenbruchteilen. Die Untersuchung selbst dauert weniger als 10 Sekunden pro Auge.
- Auswertung: Die Software erzeugt sofort eine Farbkarte. Rote und orange Zonen zeigen eine stärkere Krümmung an (stärker vorgewölbte Hornhaut), blaue Zonen eine flachere Krümmung.
- Deutung: Dr. Tourabaly wertet die Karte aus, vergleicht beide Augen und gleicht diese Daten mit der Hornhautdicke und den übrigen Messungen der Untersuchung ab, um festzustellen, ob eine Operation infrage kommt und welche (LASIK, PRK, SMILE).
Tragen Sie in den 48 Stunden vor der Topographie möglichst keine weichen Kontaktlinsen: Sie können die Hornhaut vorübergehend verformen und die Ergebnisse verfälschen. Bei formstabilen Linsen ist eine Pause von 5 Tagen nötig. Dr. Tourabaly nennt Ihnen die einzuhaltende Dauer je nach Art Ihrer Linsen.
Der in der Praxis eingesetzte Topograph: das Sirius+
In der Praxis wird die Topographie mit einem Sirius+ (CSO) durchgeführt, einem Gerät, das zwei einander ergänzende Technologien verbindet: die Topographie mit Placido-Scheibe (Projektion von Lichtringen zur Analyse der Vorderfläche der Hornhaut) und die Tomographie mit rotierender Scheimpflug-Kamera (die die Hornhaut dreidimensional rekonstruiert, Vorder- und Rückfläche). Diese Verbindung liefert eine genaue Analyse von Krümmung, Elevation und Dicke über die gesamte Hornhaut.
Dieselbe Untersuchung erlaubt es, ohne Kontakt und in wenigen Sekunden, weitere Werte zu messen, die vor einer Operation oder für die Verlaufskontrolle nützlich sind:
- Pupillometrie: Messung des Pupillendurchmessers bei schwacher und bei starker Beleuchtung (skotopisch, mesopisch, photopisch). Ein wichtiger Wert vor einer refraktiven Chirurgie, um das Risiko von Halos oder von Blendung bei Nacht abzuschätzen.
- NIBUT (Tränenfilmaufrisszeit ohne Tropfengabe): eine nicht invasive Analyse der Stabilität des Tränenfilms, nützlich, um ein Trockenes Auge zu erkennen, bevor ein Laser erwogen wird.
Wie liest man die topographische Karte?
Die topographische Karte liest sich wie eine geographische Reliefkarte. Eine normale Hornhaut zeigt eine symmetrische, regelmäßige Verteilung mit einer leicht stärker gekrümmten Zone in der Mitte. Nach mehreren Mustern wird gesucht:
- Symmetrisches Bow-Tie: typisch für einen regelmäßigen Astigmatismus, mit einer refraktiven Chirurgie ohne Weiteres vereinbar.
- Asymmetrisches oder schräges Bow-Tie: kann auf einen irregulären Astigmatismus oder auf einen beginnenden Keratokonus hinweisen – genauer abzuklären.
- Unterer Konus: umschriebene Vorwölbung im unteren Teil der Hornhaut, ein Zeichen, das an einen Keratokonus denken lässt. Ein solches Muster veranlasst Dr. Tourabaly, die Abklärung zu vertiefen und, wenn er sich bestätigt, zur eigenen Verlaufskontrolle des Keratokonus überzuleiten.
Automatisierte Kennzahlen (Rabinowitz-Index, KISA%, Belin-Ambrosio) helfen, das Risiko einzuordnen, doch entscheidet immer der Augenarzt, indem er die Topographie mit der Pachymetrie, der Aberrometrie und der klinischen Untersuchung zusammenführt. Die Kartierung der Epitheldicke liefert bei beginnenden Veränderungen der Hornhautoberfläche einen ergänzenden Aufschluss: Ihr diagnostischer Wert wurde in einer vergleichenden Studie unter Mitautorschaft von Dr. Tourabaly untersucht (Cornea, 2022).
FAQ
Häufige Fragen
Ist die Hornhauttopographie schmerzhaft?
Nein. Es ist eine Untersuchung vollständig ohne Kontakt mit dem Auge. Kein Luftstoß, keine Tropfen, kein Instrument berührt die Hornhaut. Das Gerät projiziert lediglich Licht auf das Auge und wertet dessen Spiegelung aus. Die Untersuchung ist in wenigen Sekunden pro Auge beendet.
Muss ich meine Kontaktlinsen vor der Topographie absetzen?
Ja. Weiche Linsen verformen die Hornhautoberfläche leicht. Vor der Topographie wird für weiche Linsen eine Pause von 48 Stunden empfohlen, für formstabile Linsen von 5 Tagen. Ihr Augenarzt nennt Ihnen die Dauer je nach Ihrer Korrektur und der Art Ihrer Linsen.
Was ist der Unterschied zwischen Topographie und Pachymetrie?
Die Topographie misst die Krümmung (die Form) der Hornhautoberfläche. Die Pachymetrie misst die Dicke der Hornhaut. Die beiden Untersuchungen ergänzen einander und gehören beide zur präoperativen Untersuchung vor einer refraktiven Chirurgie. Manche modernen Geräte führen beide Messungen in einer einzigen Aufnahme durch, so das Sirius+ der Praxis.
Kann man operieren, wenn die Topographie auffällig ist?
Eine topographische Auffälligkeit ist nicht automatisch eine endgültige Gegenanzeige, sie verlangt aber eine gründliche Analyse. Je nach Art der Auffälligkeit – gesicherter Keratokonus, leichte Unregelmäßigkeit oder folgenlose Narbe – entscheidet Dr. Tourabaly, ob eine Operation infrage kommt, ob zunächst eine Verlaufskontrolle nötig ist oder ob eine Alternative wie eine phake Linse (ICL) besser geeignet ist.
Wird die Hornhauttopographie erstattet?
Die Topographie im Rahmen einer präoperativen Untersuchung vor refraktiver Chirurgie wird in der Regel im Rahmen der fachärztlichen Sprechstunde abgerechnet. Die Bedingungen der Erstattung hängen von Ihrer Mutuelle (private Zusatzversicherung) und von der Indikation ab. Dr. Tourabaly informiert Sie bei der Untersuchung darüber.
Hornhauttopographie und Keratokonus: welcher Zusammenhang?
Der Keratokonus ist durch eine fortschreitende und unregelmäßige Vorwölbung der Hornhaut gekennzeichnet. Die Topographie ist die Referenzuntersuchung, um ihn in einem frühen Stadium zu erkennen, manchmal noch vor jedem Sehsymptom. Wird ein Keratokonus vermutet, bestätigen ergänzende Untersuchungen (Hornhauttomographie, Aberrometrie) ihn und beurteilen seinen Schweregrad. Mehr dazu auf unserer Seite über den Keratokonus.
Wissenschaftliche Quellen
- Gomes JAP, Tan D, Rapuano CJ, et al. Global Consensus on Keratoconus and Ectatic Diseases. Cornea. 2015;34(4):359-369. PMID 25738235.
- Gain P, Jullienne R, He Z, et al. Global Survey of Corneal Transplantation and Eye Banking. JAMA Ophthalmol. 2016;134(2):167-173. PMID 26633035.
- Fan R, Chan TC, Prakash G, et al. Applications of corneal topography and tomography: a review. Clin Exp Ophthalmol. 2018;46(2):133-146. PMID 29266624.
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Präoperative Untersuchung und Hornhauttopographie in der Praxis in Cachan · Tel. +33 1 45 47 08 11
Eine Hornhauttopographie durchführen lassen
Wenn Sie eine refraktive Chirurgie erwägen oder den Zustand Ihrer Hornhaut prüfen lassen möchten, vereinbaren Sie einen Termin bei Dr. Moïse Tourabaly. Die Hornhauttopographie gehört zur präoperativen Untersuchung, die in der Sprechstunde in der Praxis in Cachan durchgeführt wird. Sie ist schnell, ohne Kontakt und ein unverzichtbarer Schritt zu einer gut abgesicherten medizinischen Entscheidung.
Dieser Beitrag dient der Information und der Aufklärung. Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Indikation und Deutung einer Hornhauttopographie gehören in die Hand Ihres Augenarztes. Quellen: in PubMed indexierte Artikel; Empfehlungen der Société Française d’Ophtalmologie (SFO).