Augenarzt oder Ophthalmologe: Wo ist der Unterschied?
„Augenarzt“ und „Ophthalmologe“ bezeichnen ein und denselben Beruf: einen Arzt, der auf die Augen und das Sehen spezialisiert ist. „Augenarzt“ ist das Wort des Alltags, „Ophthalmologe“ die medizinische Fachbezeichnung, und „Okulist“ die alte, heute fast verschwundene Benennung. Gemeint ist immer derselbe Arzt, der Augenerkrankungen untersucht, diagnostiziert und operiert – nicht zu verwechseln mit dem Optiker, der Brillen verkauft, und auch nicht mit dem Orthoptisten, der das Sehen schult.
VERSTEHEN
Augenarzt, Ophthalmologe, Okulist: ein Beruf, drei Wörter
Das Wort „Okulist“ geht auf das lateinische oculus, „Auge“, zurück. Es bezeichnete lange den Arzt für die Augen, bevor es im medizinischen Sprachgebrauch nach und nach durch Ophthalmologe und die Berufsbezeichnung Facharzt für Augenheilkunde ersetzt wurde – zwei Ausdrücke für ein und dieselbe Qualifikation. Heute hat „Okulist“ keinen offiziellen Wert mehr und ist aus dem Sprachgebrauch weitgehend verschwunden; im Alltag sagt man „Augenarzt“. Wenn Sie also einen Termin beim Augenarzt vereinbaren, konsultieren Sie einen Ophthalmologen.
Der Augenarzt ist ein Facharzt: Nach dem gemeinsamen Medizinstudium bildet er sich gezielt in den Erkrankungen des Auges, in der Verordnung von Sehhilfen und in der Augenchirurgie weiter. Es ist diese ärztliche Ausbildung, die ihn von den übrigen Berufen rund um das Sehen unterscheidet und die ihn berechtigt, eine Diagnose zu stellen, Medikamente zu verordnen und Eingriffe durchzuführen.

UNTERSCHIEDE
Augenarzt, Optiker, Orthoptist: nicht verwechseln
Drei Berufe kreisen um das Sehen, mit deutlich verschiedenen Aufgaben:
- Der Augenarzt (Ophthalmologe) ist Arzt. Er untersucht das Auge, erkennt und behandelt Erkrankungen (Glaukom, Grauer Star, Netzhaut, trockenes Auge …), verordnet Brillen und Kontaktlinsen und operiert.
- Der Augenoptiker ist ein diplomierter Gewerbetreibender. Er fertigt, passt an und verkauft Brillen und Kontaktlinsen auf Grundlage einer Verordnung. Unter bestimmten Bedingungen darf er eine Korrektur anpassen, er stellt aber keine medizinische Diagnose.
- Der Orthoptist ist eine nichtärztliche Fachkraft im Gesundheitswesen. Er führt Untersuchungen und Sehschulungen durch (Konvergenzstörungen, Schielen, Sehbehinderung) und übernimmt bestimmte Messungen zur Unterstützung des Augenarztes.
Diese drei Berufe ergänzen einander: Der Augenarzt stellt die Diagnose und verordnet, der Orthoptist übernimmt Untersuchungen und Sehschulung, der Optiker fertigt die Sehhilfe an und gibt sie ab. Bei einer Augenerkrankung oder bei nachlassender Sehschärfe ist es der Augenarzt – der Ophthalmologe –, den man zuerst aufsuchen sollte.

AUFGABEN
Was macht ein Augenarzt (Ophthalmologe)?
Das Tätigkeitsfeld des Augenarztes ist breit und umfasst zugleich das Sehen und die Gesundheit des Auges:
- Die Sehschärfe messen und korrigieren: Erkennung und Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit – mit Brille, Kontaktlinsen oder refraktiver Chirurgie.
- Augenerkrankungen erkennen und behandeln: Glaukom, Grauer Star, Makuladegeneration, diabetische Retinopathie, trockenes Auge, Infektionen.
- Operieren: Operation des Grauen Stars, refraktive Laserchirurgie, Lid- und Netzhautchirurgie.
- Verlaufskontrollen sicherstellen bei chronischen Erkrankungen und die Auswirkungen von Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck auf das Auge überwachen.
WANN ZUM ARZT
Wann sollte man zum Augenarzt gehen?

Manche Anlässe rechtfertigen einen geplanten Termin, andere eine rasche Abklärung:
- Kontrolle und Erneuerung: nachlassende Sehschärfe, Beschwerden beim Lesen, Bedarf an einer neuen Brille, regelmäßige Kontrolle ab 45 bis 50 Jahren (Alterssichtigkeit, Glaukom-Früherkennung).
- Überwachung: Diabetes, Glaukom oder AMD in der Familie, hohe Kurzsichtigkeit.
- Rasche oder dringende Abklärung: rotes und schmerzendes Auge, plötzlicher Sehverlust, neu auftretende Flecken oder Lichtblitze, verzerrtes Sehen, Verletzung des Auges.
Wichtig zu wissen – bei jedem ungewöhnlichen Augensymptom, vor allem wenn es plötzlich auftritt, schmerzhaft ist oder mit nachlassender Sehschärfe einhergeht, ist der Augenarzt (Ophthalmologe) zuständig und nicht der Optiker. Nur der Arzt kann eine medizinische Diagnose stellen.
PRAKTISCHES
Untersuchung und Behandlungspfad
Eine augenärztliche Untersuchung umfasst in der Regel eine Bestimmung der Sehschärfe, eine Untersuchung des Auges an der Spaltlampe, eine Messung des Augeninnendrucks und je nach Situation eine Spiegelung des Augenhintergrunds nach Erweiterung der Pupille. Ergänzende Untersuchungen (Bildgebung der Netzhaut, Gesichtsfeld) können am selben Tag durchgeführt werden.
In Frankreich gehört die Augenheilkunde zu den Fachgebieten mit direktem Zugang: Es ist nicht nötig, zuerst den behandelnden Hausarzt (médecin traitant) einzuschalten, um einen Termin zu bekommen und unter den üblichen Bedingungen erstattet zu werden. Die genauen Erstattungsmodalitäten liegen bei der Assurance maladie und bei Ihrer Zusatzversicherung.
WARTEZEITEN
Wie lange dauert es bis zu einem Termin?
Die Wartezeiten auf einen Termin beim Augenarzt sind in Frankreich je nach Region und Anlass der Untersuchung unterschiedlich. Für eine Routinekontrolle können sie mehrere Wochen betragen, in den am stärksten belasteten Gebieten sogar mehrere Monate. Bei einem dringenden Anlass – rotes und schmerzendes Auge, plötzlicher Sehverlust, Lichtblitze oder plötzlich auftretende Flecken – ist umgekehrt eine rasche Abklärung nötig: mit einem Anruf in der Praxis, über eine Akutsprechstunde ohne Termin oder in einer augenärztlichen Notaufnahme.
Diese Wartezeiten gehen tendenziell zurück, dank der arbeitsteiligen Praxisorganisation in Frankreich: Der Orthoptist übernimmt vorab einen Teil der Messungen (Sehschärfe, Refraktion, Bildgebung der Netzhaut) unter der Aufsicht des Augenarztes, sodass mehr Patienten betreut werden können. Auch die Protokolle zur Erneuerung von Brillenverordnungen und in bestimmten Fällen die Telekonsultation tragen dazu bei, den Zugang für einfache Situationen zu erleichtern, während die ärztliche Zeit den Untersuchungen und den Diagnosen vorbehalten bleibt.

KOSTENERSTATTUNG
Erstattung der Untersuchung und Verordnung einer Brille
Wie die meisten fachärztlichen Untersuchungen mit direktem Zugang wird die augenärztliche Untersuchung in Frankreich von der Assurance maladie unter den üblichen Bedingungen übernommen; der ergänzende Anteil hängt von Ihrer Zusatzversicherung (mutuelle) und vom Vertragssektor des Arztes ab. Die genauen Modalitäten – Erstattungsgrundlage, mögliche Zusatzhonorare – nennt die Assurance maladie, und die Praxis hängt sie aus.
Am Ende der Untersuchung stellt der Augenarzt gegebenenfalls eine Verordnung für eine Brille oder für Kontaktlinsen aus. Diese Verordnung hat in Frankreich eine Gültigkeitsdauer, die vom Alter abhängt: Sie erlaubt es unter bestimmten Bedingungen, die Sehhilfe beim Optiker zu erneuern oder anpassen zu lassen, ohne jedes Mal erneut zum Arzt zu gehen. Bei nachlassender Sehschärfe, neuen Beschwerden oder einem ungewöhnlichen Symptom bleibt eine erneute augenärztliche Untersuchung jedoch unerlässlich.

FAQ
Häufige Fragen
Augenarzt und Ophthalmologe – ist das dasselbe?
Ja, genau. „Augenarzt“ ist das alltagssprachliche Wort, „Ophthalmologe“ die Fachbezeichnung, und „Okulist“ der alte Name. Es handelt sich um denselben Facharzt für die Augen, mit derselben Ausbildung und denselben Kompetenzen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Augenarzt und einem Optiker?
Der Augenarzt ist Arzt: Er diagnostiziert Augenerkrankungen, verordnet eine Behandlung und operiert. Der Optiker ist ein diplomierter Gewerbetreibender, der Brillen und Kontaktlinsen auf Grundlage einer Verordnung anfertigt, anpasst und verkauft. Der Optiker stellt keine medizinische Diagnose.
Muss man in Frankreich erst seinen behandelnden Hausarzt (médecin traitant) einschalten, um zum Augenarzt zu gehen?
Nein. In Frankreich ist die Augenheilkunde ein Fachgebiet mit direktem Zugang: Sie können einen Augenarzt aufsuchen, ohne zuvor Ihren behandelnden Hausarzt (médecin traitant) einzuschalten, und werden dennoch unter den üblichen Bedingungen erstattet. Die Einzelheiten der Erstattung hängen von der Assurance maladie und von Ihrer Zusatzversicherung ab.
Kann ein Orthoptist den Augenarzt ersetzen?
Nein. Der Orthoptist führt Untersuchungen und Sehschulungen sowie bestimmte Messungen durch, häufig zur Unterstützung des Augenarztes, aber er ist kein Arzt: Er stellt keine Diagnose und verordnet keine medizinische Behandlung. Er arbeitet ergänzend zum Augenarzt.
Wie oft sollte man zum Augenarzt gehen?
Wenn keine Beschwerden bestehen, gilt bei Erwachsenen eine Kontrolle alle zwei bis drei Jahre als sinnvoller Richtwert, und ab 45 bis 50 Jahren eine regelmäßigere Kontrolle, um Alterssichtigkeit, Glaukom und Netzhauterkrankungen früh zu erkennen. Bei Diabetes, familiärer Vorbelastung oder hoher Kurzsichtigkeit wird eine engmaschigere Überwachung empfohlen.
Wann muss man notfallmäßig zum Augenarzt?
Ein rotes und schmerzendes Auge, ein plötzlicher Sehverlust, neu auftretende schwarze Flecken oder Lichtblitze, verzerrtes Sehen oder eine Verletzung des Auges erfordern eine rasche Abklärung, mitunter in einer augenärztlichen Notaufnahme.
Darf der Augenarzt an den Augen operieren?
Ja. Als Facharzt führt der Augenarzt (Ophthalmologe) unter anderem die Operation des Grauen Stars durch, die refraktive Laserchirurgie, mit der sich eine Brille erübrigen kann, sowie die Chirurgie der Lider und der Netzhaut – je nach seinem Schwerpunkt.
Zum Weiterlesen
Die offiziellen Informationen zum Beruf des Augenarztes und zum Behandlungspfad sind beim Conseil national de l’Ordre des médecins (französische Ärztekammer), beim Syndicat national des ophtalmologistes de France (SNOF) und bei der Assurance maladie (ameli.fr) erhältlich.
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Praxis Cachan · Tel. +33 1 45 47 08 11
Praxis Paris 13 · Tel. +33 1 89 31 30 60
Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient der Information. Für jede Entscheidung, die Ihr Sehen betrifft, bleibt eine persönliche augenärztliche Beratung unerlässlich.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Wenden Sie sich bei jedem Augensymptom oder bei nachlassender Sehschärfe an einen Augenarzt.
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Verfasst und geprüft von Dr Moïse Tourabaly, Augenarzt und refraktiver Chirurg — ehemaliger Chef de Clinique (CHNO des Quinze-Vingts).
Letzte Aktualisierung: 11. September 2026



