Trockene AMD: OCT-Kontrolle und praktische Tipps

Kontrolle der trockenen AMD mittels makulärer OCT und Amsler-Gitter

Die trockene AMD schreitet langsam fort und wird nicht mit Injektionen behandelt, muss aber engmaschig kontrolliert werden, damit der Übergang in die feuchte Form nicht unbemerkt bleibt. Der Schlüssel liegt in zwei Worten: Regelmäßigkeit und Eigenkontrolle. Eine OCT-Kontrolle in angepassten Abständen, das Amsler-Gitter zu Hause und einige schützende Lebensgewohnheiten helfen, die zentrale Sehschärfe dauerhaft zu erhalten. Hier finden Sie einen klaren Überblick, um diese Erkrankung zu verstehen und zu wissen, wie Sie reagieren sollten.

Kurz gesagt: regelmäßig kontrollieren, bei Veränderungen rasch handeln

Kurz zusammengefasst. Die trockene (oder atrophische) AMD macht etwa 80 % der Fälle einer altersbedingten Makuladegeneration aus. Sie schreitet langsam fort und ist nicht ursächlich behandelbar, kann sich aber in die feuchte Form verwandeln, die dringlich mit Injektionen behandelt wird. Die Kontrolle stützt sich auf die makuläre OCT, je nach Stadium meist alle 6 bis 12 Monate, ergänzt durch die Eigenkontrolle mit dem Amsler-Gitter. Zur Vorbeugung sind AREDS2-Präparate, der Verzicht auf Tabak, Sonnenschutz und eine Ernährung reich an grünem Blattgemüse und Omega-3-Fettsäuren die am besten belegten Maßnahmen.

Was ist die trockene AMD?

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist in Industrieländern die häufigste Ursache für Sehbehinderung nach dem 50. Lebensjahr. Sie betrifft die Makula, den zentralen Bereich der Netzhaut, der für das scharfe Sehen und die Wahrnehmung von Details zuständig ist. Die trockene, sogenannte atrophische Form macht etwa 80 % der Fälle aus. Sie ist gekennzeichnet durch einen fortschreitenden Abbau der Makulazellen, zunächst mit Ablagerungen, den sogenannten Drusen, später, in einem fortgeschrittenen Stadium, mit Arealen der Atrophie. Die Folge ist eine langsame, fortschreitende Abnahme der zentralen Sehschärfe, während das periphere Sehen erhalten bleibt.

DMLA sèche et DMLA humide, comparatif Deux vignettes côte à côte montrant la macula vue de face. À gauche, la DMLA sèche présente de petits dépôts jaunes, les drusen ; son évolution est lente et nécessite une surveillance régulière. À droite, la DMLA humide présente des vaisseaux anormaux et une zone de fluide ou saignement ; son évolution est rapide et un traitement par injections d'anti-VEGF, figuré en bleu-vert, est possible. Une frise sous les vignettes indique une vitesse d'évolution allant de lente à rapide. DMLA sèche et DMLA humide DMLA sèche dépôts (drusen) évolution lente surveillance régulière vitesse : lente DMLA humide vaisseaux + fluide évolution rapide injections possibles vitesse : rapide lente rapide

Trockene oder feuchte AMD: warum die Unterscheidung wichtig ist

  • Trockene AMD: langsamer Verlauf, bis heute keine ursächliche Behandlung, Betreuung auf Basis von Kontrolle und Vorbeugung.
  • Feuchte AMD: rascher Verlauf durch Gefäßneubildungen, dringliche Behandlung mit intravitrealen Injektionen von Anti-VEGF.
  • Der entscheidende Punkt: Eine trockene AMD kann sich in die feuchte Form verwandeln. Genau darum geht es bei der Überwachung: diesen Übergang so früh wie möglich zu erkennen, denn eine frühzeitige Behandlung der feuchten Form schützt die Sehkraft besser.

Die Kontrolle mittels OCT

Makuläre OCT mit Drusen bei trockener AMD

Die makuläre OCT (optische Kohärenztomographie) ist die zentrale Untersuchung der Verlaufskontrolle. Sie ist schmerzfrei und berührungslos, liefert ein Schnittbild der Netzhaut und ermöglicht es, die Dicke der Makula zu messen, die Entwicklung der Drusen und der Atrophie zu verfolgen und vor allem einen Übergang in die feuchte Form frühzeitig anhand von Flüssigkeit unter der Netzhaut zu erkennen. Der Rhythmus der Kontrolle richtet sich nach dem Stadium: In der Praxis wird häufig eine OCT alle 6 bis 12 Monate vorgeschlagen, anzupassen je nach Befund. Diese Kontrolle erfolgt in der Praxis mit einem OCT-Gerät der neuesten Generation.

Anschaulich erklärt

Amsler-Gitter: die zentrale Sehschärfe testen

Wellenlinien, ein Fleck oder ein fehlender Bereich: ein einfacher Test, den Sie zu Hause zur AMD-Kontrolle durchführen können.

Die Eigenkontrolle mit dem Amsler-Gitter

Amsler-Gitter zur häuslichen Eigenkontrolle bei AMD

Zwischen zwei Untersuchungsterminen ist die Eigenkontrolle wertvoll. Das Amsler-Gitter ist ein Liniengitter, das man mit jedem Auge einzeln, im Leseabstand und mit der gewohnten Brille betrachtet. Erscheinen die Linien verzerrt, wellenförmig, oder taucht ein dunkler Fleck in der Mitte auf, sollten Sie rasch einen Termin vereinbaren: Diese Anzeichen können auf einen Übergang in die feuchte Form hindeuten, bei der eine frühzeitige Behandlung sehr wichtig ist. Diese einfache, regelmäßig zu Hause durchgeführte Kontrolle ergänzt die OCT, ersetzt sie aber nicht.

Vorbeugung und Nahrungsergänzungsmittel

AMD-Vorbeugung: AREDS2-Präparate, Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren und grünem Gemüse
  • AREDS2-Präparate: Die AREDS2-Studie und die darauffolgenden Übersichtsarbeiten haben gezeigt, dass eine Kombination aus Lutein, Zeaxanthin, den Vitaminen C und E sowie Zink das Fortschreiten der AMD bei Patienten mit einem mittleren oder fortgeschrittenen Stadium an einem Auge verlangsamen kann. Sie beugt dem Auftreten der Erkrankung nicht vor und wird nach ärztlicher Beratung verordnet.
  • Rauchstopp: Rauchen ist einer der am besten belegten beeinflussbaren Risikofaktoren der AMD und erhöht das Risiko je nach Studie um etwa das Zwei- bis Vierfache. Der Rauchstopp ist die wirksamste vorbeugende Maßnahme.
  • Sonnenschutz: Sonnenbrillen mit UV- und Blaulichtfilter bei längerer Sonnenexposition.
  • Ernährung: Eine Ernährung reich an grünem Blattgemüse (Spinat, Grünkohl) und fettem Fisch (Omega-3-Fettsäuren) gehört zu einem für die Netzhaut günstigen Lebensstil.

FAQ

Häufige Fragen

Ist die trockene AMD heilbar?

Bis heute gibt es keine ursächliche Behandlung der trockenen AMD. Die Betreuung stützt sich auf regelmäßige Kontrollen, um einen Übergang in die feuchte Form zu erkennen, sowie auf vorbeugende Maßnahmen wie AREDS2-Präparate, Rauchstopp und einen gesunden Lebensstil.

Wie oft sollte eine OCT durchgeführt werden?

Der Rhythmus richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. In der Praxis wird häufig eine makuläre OCT alle 6 bis 12 Monate vorgeschlagen, anzupassen je nach Verlauf und Befund. Ihr Augenarzt legt das für Sie passende Intervall fest.

Wann sollte ich dringend einen Termin vereinbaren?

Wenn Ihnen beim Betrachten des Amsler-Gitters die Linien verzerrt oder wellenförmig erscheinen oder ein dunkler Fleck in der Mitte Ihres Gesichtsfelds auftaucht, sollten Sie rasch einen Termin vereinbaren. Diese Anzeichen können auf einen Übergang in die feuchte Form hindeuten, die umso besser behandelt werden kann, je früher sie erkannt wird.

Beugen AREDS2-Präparate der AMD vor?

Nein. Sie beugen dem Auftreten der Erkrankung nicht vor. Bei manchen bereits betroffenen Patienten mit einem mittleren oder fortgeschrittenen Stadium an einem Auge können sie jedoch das Fortschreiten verlangsamen. Sie werden nach ärztlicher Beratung eingenommen.

Verschlimmert Rauchen die AMD tatsächlich?

Ja. Rauchen ist einer der am besten belegten beeinflussbaren Risikofaktoren der AMD; das Risiko erhöht sich je nach Studie um etwa das Zwei- bis Vierfache. Der Rauchstopp ist die wirksamste vorbeugende Maßnahme.

Macht die AMD blind?

Die AMD beeinträchtigt die zentrale Sehschärfe, verschont aber das periphere Sehen: Sie führt nicht zur vollständigen Erblindung. Sie kann jedoch das Lesen und das Erkennen von Gesichtern stark erschweren. Eine angepasste Kontrolle hilft, die visuelle Selbstständigkeit zu erhalten.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Age-Related Eye Disease Study 2 (AREDS2) Research Group. Lutein + zeaxanthin and omega-3 fatty acids for age-related macular degeneration: the AREDS2 randomized clinical trial. JAMA. 2013;309(19):2005-2015. PMID 23644932.
  1. Evans JR, Lawrenson JG. Antioxidant vitamin and mineral supplements for slowing the progression of age-related macular degeneration. Cochrane Database Syst Rev. 2023;9(9):CD000254. PMID 37702300.
  1. Thornton J, Edwards R, Mitchell P, et al. Smoking and age-related macular degeneration: a review of association. Eye (Lond). 2005;19(9):935-944. PMID 16151432.
  1. Identification of risk factors for the progression of age-related macular degeneration: a systematic review and meta-analysis of cohort studies. Front Med (Lausanne). 2025. PMID 40771483.

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Dieser Artikel dient der Information und Aufklärung. Er ersetzt keine ärztliche Konsultation. Die Kontrolle und Vorbeugung der AMD müssen von Ihrem Augenarzt individuell angepasst werden. Quellen: auf PubMed indexierte Artikel.

Verfasst und geprüft von Dr Moïse Tourabaly, Augenarzt und refraktiver Chirurg — ehemaliger Chef de Clinique (CHNO des Quinze-Vingts).

Letzte Aktualisierung: 1. January 1970

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